Aktuelles

Workshop am 23. November 2019

Forschung gestalten! Arbeitsbedingungen und Berufsperspektiven für eine nachhaltige Kunstgeschichte

Samstag, 23. November 2019, 14.00-18.00 Uhr
TU Berlin, Architekturgebäude, Raum A 060

Der Ulmer Verein – Verband für Kunst- und Kulturwissenschaften e.V. und der Arbeitskreis Provenienzforschung e.V. möchten in einem gemeinsam veranstalteten Workshop zu den aktuellen Debatten rund um die Befristung von Stellen in den geistes- bzw. den kulturwissenschaftlichen Bereichen Bezug nehmen. Auch unsere Mitglieder sind im Hochschulbereich, ebenso wie an Museen, Bibliotheken, Archiven oder anderweitigen Forschungseinrichtungen von permanenten Stellenbefristungen nicht zuletzt durch Drittmittel- oder Projektverträge betroffen.

Die Dringlichkeit zur Auseinandersetzung mit diesen Herausforderungen im Bereich der Geisteswissenschaften sehen wir nicht nur vor dem Hintergrund des im Mai 2019 verabschiedeten Hochschulpakts und der Kampagne „Frist ist Frust“. Wir möchten uns vielmehr aktiv in die Diskussion über teils prekäre Anstellungsverhältnisse einbringen und im Rahmen des Workshops Möglichkeiten und Gestaltungsspielräume erörtern um für die Optimierung der Arbeitsbedingungen in den kunst- und kulturhistorischen Berufen einzutreten.

Neben der persönlichen Situation der Betroffenen und der Problematik der Nachwuchsförderung, sollen auch Fragen nach der damit einhergehenden Transformation des Wissenschaftsbetriebs im Vordergrund stehen. Die im Rahmen der aktuellen Medienberichterstattung (z.B. zur Provenienzforschung) oder den geistes- und kulturwissenschaftlichen Debatten (z.B. zur Digitalisierung) geforderte effiziente, transparente und vor allem nachhaltige Vernetzung und Verschränkung von Forschung und Wissen, spiegelt sich im Bereich des Forschungs- und Stellenmanagements kaum wieder. In der Praxis kämpfen Forscher*innen mit aufwendiger Drittmitteleinwerbung, eindimensionalen Förderzuschnitten, kurzfristiger und -sichtiger Projektplanung sowie akutem Personalmangel – auch in den kulturwahrenden Einrichtungen.

Welche Implikationen hat diese Entwicklung auf methodische Grundlagen und Paradigmen und auf die Nachhaltigkeit von kunst- und kulturhistorischer Forschungsarbeit? Wir möchten mit dem Workshop eine Debatte, die in diesem Fach nicht zum ersten Mal geführt wird, aktiv weiterbetreiben und die damit verbundenen wissenschaftspolitischen Herausforderungen ernst nehmen.

Programm

14.00 Uhr

Begrüßung und Einführung (Meike Hopp – Arbeitskreis Provenienzforschung /Andreas Huth, Franziska Lampe – Ulmer Verein)

14.15-15.30 Uhr       

Panel 1: Perspektiven aus der Hochschulforschung – Reformen für die Wissenschaft
Moderation: Andreas Huth und Franziska Lampe

Henrike Haug (TU Dortmund): „Fluktuationen. Zur Situation von befristeten Kunsthistoriker*innen an den Universitäten“

Kristina Musholt (Universität Leipzig): „Nachhaltige Forschung braucht nachhaltige Personalentwicklung: Vorteile der Departmentstruktur im Vergleich zum Lehrstuhlsystem“

Martin Grund (Wissenschaftsforum Mitteldeutschland): „Arbeitsbedingungen in der Wissenschaft – Reformerfolge und -potentiale“

15.30-16.00 Uhr

Kaffeepause

16.00-17.00 Uhr

Panel 2: Nachhaltigkeit von Forschungsprojekten und digitale Transformation von Wissen – Risiken und Potenziale
Moderation: Meike Hopp und Carolin Lange

Mit Diskussionsbeiträgen von Petra Gehring (TU Darmstadt) und Ute Haug (Hamburger Kunsthalle)

17.00-17.15 Uhr

Pause

17.15-18.00 Uhr

Schlussrunde: Zusammenführen der Ergebnisse und gemeinsame Erklärung
Moderation: Carolin Lange, Yvonne Schweizer, Ann-Kathrin Hubrich 


KSK vom 28. November bis 1. Dezember 2019

97. KSK in Berlin

Der 97. KSK findet vom 28. November bis zum 1. Dezember 2019 in Berlin statt und wird von Studierenden der FU und der HU gemeinsam organisiert. Das Motto lautet Exzess. Das Programm steht in Bälde online. Auch der Vorstand des Ulmer Vereins sowie die AG Kunsthistorikerinnen vor 1970 werden sich mit einem Workshop beteiligen. Am Freitag, den 29. November, diskutieren Lee Chichester und Johanna Ziebritzki mit Studierenden zu Fragen hochschulpolitischer Gleichstellung sowie zur Revision der Historiografie der Kunstgeschichte unter dem Motto „Warum gab es keine bedeutenden Kunsthistorikerinnen?“ 

Informationen zum Berliner KSK unter http://www.kskberlin.de.


Neuerscheinung

kritische berichte Heft 3.2019

Figuren ästhetischer Fremdbestimmung

Julian Blunk, Katja Müller-Helle Figuren ästhetischer Fremdbestimmung. Künstlerische Zwangslagen zwischen Ohnmacht und Allmacht. Editorial
Philipp Zitzlsperger Autonomieästhetik - Prolegomena zur Einheit von Freier und Angewandter Kunst bei Immanuel Kant
Julian Blunk Sklavische Nachahmung versus Besessenheit. Ein Stimmenfang im 19. Jahrhundert
Anna Magnago Lampugnani Der Furor des Künstlers. Giorgio Vasaris Umgang mit einer ambivalenten Denkfigur
Antonia von Schöning Teslas Blitze. Zur Rolle der Imagination im Erfindungsprozess
Linn Burchert Inspiration und Exspiration. Atemsteuerung in künstlerischen Praktiken seit 1900
Katja Müller-Helle Digitale Bildzensur. Zur Einhegung der Kunst in der Digitalmoderne
Kerstin Meincke und Kerstin Pinther In memoriam: Bisi Silva (1963-2019)



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Zur Stellungnahme der ehemaligen Herausgeber*innen der ZfK

Solidaritätsnotiz des Vorstands des UV und der Redaktion der kritischen berichte

Mit der folgenden Erklärung solidarisieren sich der Vorstand des Ulmer Vereins und die Redaktion der kritischen Berichte mit den zurückgetretenen Herausgeber*innen der Zeitschrift für Kunstgeschichte und wünschen ihrem neuen Projekt viel Erfolg (https://21-inquiries.eu):

Mit großer Bestürzung nehmen wir die Nachricht zur Kenntnis, dass die bisherigen Herausgeber*innen der Zeitschrift für Kunstgeschichte Ende 2019 ihre Arbeit niederlegen werden. Das engagierte Team hat das Journal mit dem Relaunch im Jahr 2015 inhaltlich wie strukturell erneuert. Nun müssen wir erfahren, dass diese Arbeit unter dem bestehenden Titel und im jetzigen Verlag nicht weitergeführt werden kann. Damit droht einem der renommiertesten Fachmedien unserer Disziplin das Aus.

In ihrer Stellungnahme (https://21-inquiries.eu/) geben die Herausgeber*innen bekannt, dass sie die Zeitschrift eigentlich ab 2020 im Gold Open Access sowie ohne Article Processing Charges (APC) erscheinen lassen wollten. Eine Entscheidung für Gold Open Access hätte den freien und transparenten Zugang zu Forschungsergebnissen gewährleistet, der Verzicht auf APCs hätte den Autor*innen der ZfK auch weiterhin die Publikation von wissenschaftlichen Beiträgen gegen Bezahlung erspart. APCs stellen wegen des in unserem Fach oft notwendigen Kaufs von Bildrechten eine empfindliche finanzielle Belastung dar. Die Auseinandersetzungen und das Scheitern der Verhandlungen mit dem Verlag in diesen Punkten, die allgemeine Fragen zur wissenschaftlichen Publikationsfreiheit und damit uns alle betreffen, sind ein herber Rückschlag in der Diskussion um die Zukunft der für den wissenschaflichen Austausch und die Vermittlung von Forschungsergebnissen notwendigen Medien.

Die Frage, wie und in welcher Form heute und in naher Zukunft wissenschaftlich kommuniziert und publiziert werden kann, ist auch für den Ulmer Verein als Herausgeber und die Redakteur*innen der Zeitschrift kritische berichte von großem Interesse. Deshalb begrüßen wir das neue Projekt 21: Inquiries into Art, History, and the Visual – Beiträge zur Kunstgeschichte und visuellen Kultur und wünschen Beate Fricke, Ursula Frohne, Johannes Grave und Michael F. Zimmermann sowie den Mitgründer*innen Karen Lang und Avinoam Shalem gutes Gelingen.

September 2019

Henrike Haug, Ann-Kathrin Hubrich, Andreas Huth, Franziska Lampe, Yvonne Schweizer (Vorstand Ulmer Verein)

Julian Blunk, Henry Kaap, Regine Heß, Anna Minta, Kathrin Rottmann (Redaktion kritische berichte

Bewilligung DFG-Netzwerk

AG Kunsthistorikerinnen vor 1970: Wege – Methoden – Kritiken

Der Ulmer Verein gratuliert den Mitgliedern der AG "Kunsthistorikerinnen vor 1970: Wege - Methoden - Kritiken" für die erfolgreiche Beantragung eines DFG-Netzwerks. Das Netzwerk beginnt ab Herbst 2019 mit einer Laufzeit von 3 Jahren und ist am Institut für Kunst- und Bildgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin angesiedelt. Die Mitglieder des Netzwerks sind:
 
Leonie Beiersdorf, Karlsruhe
Lynn Busch, Bochum
Lee Chichester, Berlin
Burcu Dogramaci, München
Annette Dorgerloh, Berlin
Laura Goldenbaum, Berlin
Henrike Haug, Dortmund
Luise Mahler, New York
Brigitte Sölch, Stuttgart
Änne Söll, Bochum
Bettina Uppenkamp, Hamburg
Johanna Ziebritzki, Heidelberg
Anja Zimmermann, Oldenburg
 
Eine Webseite ist derzeit im Aufbau.
 
Kontakt: kunsthistorikerinnen@gmail.com
Weitere Informationen findet ihr hier.

Online-Link

Spreadsheet zu Anstellungsbedingungen an Museen

Seit Tagen sammelt eine Gruppe von Museumsangestellten um Michelle Millar Fisher (Assistant Curator am Philadelphia Museum of Art) in einem Online-Spreadsheet Informationen zu Lohn und zur Anstellung von internationalem Museumspersonal. Da sich bisher vorwiegend Kolleg*innen aus dem US-amerikanischen Raum beteiligten, möchten wir auf die Kampagne hinweisen und zur Beteiligung aufrufen.

Das Spreadsheet ist hier einsehbar.

Ankündigung

Neuerscheinung

Der vom Ulmer Verein geförderte Tagungsband Die Frage in den Geisteswissenschaften. Herausforderungen, Praktiken und Reflexionen (Kevin Drews u. a.) ist jüngst erschienen. Die interdisziplinären Beiträge beantworten, wie die Reflexion über den Status des Fragens und die Lage geisteswissenschaftlicher Selbstbefragung zu einer produktiven Selbstbestimmung der Geisteswissenschaften beitragen können.

Weitere Informationen sind hier zu finden.

 


Unterstützungsbekundung

Initiativen gegen prekäre Beschäftigungsverhältnisse an Hochschulen

Am 7. März 2019 startete die Kampagne "Entfristungspakt 2019" zur Schaffung von Dauerstellen an Universitäten. Initiatoren sind das Netzwerk für Gute Arbeit in der Wissenschaft (NGAWiss) und die Gewerkschaften GEW und ver.di. Das Bündnis fordert die Entfristung aller aus dem Hochschulpakt finanzierten Stellen. Bereits am 3. Mai 2019 soll über den nächsten Hochschulpakt verhandelt werden. Weitere Informationen finden sich auch der Seite http://frististfrust.net/.

Der Ulmer Verein unterstützt Bündnisaufruf und Petition, die nach Erreichen des Quorums an Regierungsvertreter*innen geschickt werden soll. Hier geht es zur Petition "Frist ist Frust", für die dringend Unterzeichnende gesucht werden: https://www.openpetition.de/petition/online/frist-ist-frust-entfristungspakt-2019.

Zudem machen wir auf weitere lokale Intiativen aufmerksam, die sich ebenfalls mit aktuellen Kampagnen für Entfristungen einsetzen:

 

Erfolgreiche Etablierung eines DFG-Netzwerks

AG Kunstproduktion und Kunsttheorie im Zeichen globaler Migration

Wir freuen uns mitteilen zu düften, dass aus Mitgliedern der AG KUNSTPRODUKTION UND KUNSTTHEORIE IM ZEICHEN GLOBALER MIGRATION ab dem 1. November 2018 das DFG-Netzwerk

ENTANGLED HISTORIES OF ART AND MIGRATION: FORMS, VISIBILITIES, AGENTS / VERFLOCHTETE GESCHICHTEN VON KUNST UND MIGRATION: FORMEN, SICHTBARKEITEN, AKTEURE

hervorgeht.

Die Mitglieder des Netzwerks sind:

Dr. Catherine Bublatzky (Koordination)
Dr. Buket Altinoba
Prof. Dr. Christiane Brosius
Prof. Dr. Burcu Dogramaci
Prof. Dr. Elke Gaugele
Prof. Dr. Alexandra Karentzos
Dr. Alma-Elisa Kittner
Dr. Franziska Koch
Kerstin Meincke
Prof. Dr. Birgit Mersmann
Prof. Dr. Kerstin Pinther
Dr. Mona Schieren
Dr. Angela Stercken
apl. Prof. Dr. Melanie Ulz
Dr. Kea Wienand. 

Weitere Informationen findet Ihr hier: 

http://www.asia-europe.uni-heidelberg.de/en/research/hcts-professorships/visual-and-media-anthropology/projects/research-projects/entangled-histories-of-art-and-migration.html

http://www.asia-europe.uni-heidelberg.de/de/aktuelles/nachrichten/detail/m/dfg-funding-for-cathrine-bublatzky.html



Museumseintritte für UV-Mitglieder

Neue Museumskooperationen!

Viele Institutionen im gesamten Bundesgebiet ermöglichen unseren Mitgliedern freien oder ermässigten Eintritt. Die teilnehmenden Institutionen finden Sie hier.



Kontakt
Postanschrift

Ulmer Verein - Verband für Kunst- und Kulturwissenschaften e.V.

c/o Institut für Kunst- und Bildgeschichte
Humboldt-Universität zu Berlin
Unter den Linden 6
10099 Berlin

Email:
vorstand(at)ulmer-verein.de