Aktuelles

Erfolgreiche Etablierung eines DFG-Netzwerks

AG Kunstproduktion und Kunsttheorie im Zeichen globaler Migration

Wir freuen uns mitteilen zu düften, dass aus Mitgliedern der AG KUNSTPRODUKTION UND KUNSTTHEORIE IM ZEICHEN GLOBALER MIGRATION ab dem 1. November 2018 das DFG-Netzwerk

ENTANGLED HISTORIES OF ART AND MIGRATION: FORMS, VISIBILITIES, AGENTS / VERFLOCHTETE GESCHICHTEN VON KUNST UND MIGRATION: FORMEN, SICHTBARKEITEN, AKTEURE

hervorgeht. Weitere Informationen findet Ihr hier: 

http://www.asia-europe.uni-heidelberg.de/en/research/hcts-professorships/visual-and-media-anthropology/projects/research-projects/entangled-histories-of-art-and-migration.html

http://www.asia-europe.uni-heidelberg.de/de/aktuelles/nachrichten/detail/m/dfg-funding-for-cathrine-bublatzky.html


Neuerscheinung

kritische berichte Heft 4.2017

Méditerranée. Gegenwärtige Perspektiven auf den Mittelmeerraum

Alma-Elisa Kittner, Gabriele Genge Editorial
Franck Hofmann De/Konstruktionen des Südens – Die Méditerranée im planetaren Horizont der documenta 14
Sotirios Bahtsetzis Künstlerische Utopien und politische Dystopien des Mittelmeers: Zur kulturpolitischen Konstruktion Griechenlands
Alma-Elisa Kittner Topologien des Mediterranen in der zeitgenössischen Kunst
Celeste Iannicello Contemporary Art and Mediterranean archieves
Melanie Ulz Mare Nostrum: Das europäische Grenzregime und die Gespenster des Kolonialismus
Angela Stercken Saltwater vs. Méditerranée: Das Meer als abstrakte Form und künstlerischer Erkenntnisraum



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Neugründung einer Arbeitsgruppe

AG Kunsthistorikerinnen vor 1970: Wege – Methoden – Kritiken

Wir freuen uns über die Neugründung einer Arbeitsgruppe durch die UV-Kolleginnen Lee Chichester, Laura Goldenbaum, Brigitte Sölch und Johanna Ziebritzki.

Weitere Informationen zur AG findet Ihr hier.


Stellungnahme

Stellungnahme zur documenta 14 der AG KUNSTPRODUKTION UND KUNSTTHEORIE IM ZEICHEN GLOBALER MIGRATION

Die AG des Ulmer Vereins KUNSTPRODUKTION UND KUNSTTHEORIE IM ZEICHEN GLOBALER MIGRATION hat Anfang des Jahres eine Stellungnahme zur documenta 14 auf ihrer Homepage veröffentlicht, die im Juni 2018 in der Zeitschrift für Kunstgeschichte erscheinen wird. Wir veröffentlichen an dieser Stelle den vollständigen Text:

 

"Stellungnahme zur documenta14 (2017)

Aus Sicht der AG KUNSTPRODUKTION UND KUNSTTHEORIE IM ZEICHEN GLOBALER MIGRATION hat die documenta 14:

_durch ihre theoretischen Setzungen,
_durch die Vielfalt der gewählten Orte, Ausstellungsformate und Präsentationsformen sowie
_durch das Initiieren öffentlicher Debatten in unterschiedlichen Medienformaten heterogene, partikulare Perspektiven auf die Kunst ermöglicht und „andere“ Kunstgeschichten erzählt – u.a. aus der Sicht von Exilierten, Geflüchteten, displaced persons – und somit aus der Sicht derer, die im (westlichen) Kunstsystem in der Regel nicht wahrgenommen oder bewusst ausgegrenzt werden.

Das internationale Kurator*innenteam um Adam Szymczyk hat mit dieser Perspektivierung als auch mit der Wahl der beiden gleichberechtigten Standorte Athen und Kassel kritische Ansätze früherer documenta‐Ausgaben vertieft und mit dieser nicht eurozentristisch verengten Perspektive den Blick auf die Kunstproduktion und Kunsttheorie im Zeichen globaler Migration erweitert.

Folgende Aspekte der d14 sind aus Sicht der AG als besonders innovativ und wegweisend hervorzuheben:

  1. Die Präsentation künstlerischer Positionen marginalisierter oder vergessener Künstler*innen u.a. des ehemaligen Ostblocks, aus Südamerika, Asien und Afrika hat die Öffnung hermetischer Kunsträume und das Hinterfragen national determinierter Kunstbegriffe ermöglicht. So wurden die Vielfalt und die transkulturellen Verschränkungen künstlerischer Perspektiven in der Geschichte von jeher durch Migration und Transferprozesse bestimmten globalen Kulturen sichtbar gemacht. Im Kasseler Fridericianum erlaubte die Auswahl griechischer und internationaler Künstler*innen von 1960 bis in die Gegenwart aus der bisher noch nie gezeigten Sammlung des Athener Nationalen Museums für Zeitgenössische Kunst EMST eine weitere wichtige Blickverschiebung.

  2. Die zentralen Themen Flucht, Fluchtursachen, Migration, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus wurden nicht nur im Filmprogramm der documenta14, durch Veranstaltungen des Parlaments der Körper und an unterschiedlichen Ausstellungsorten mit Arbeiten von Hiwa K, Jonas Mekas, Mounira al Solh, Olu Oguibe, Ahlam Shibli u.a. anschaulich, sondern auch durch die Wahl der Route zwischen Athen und Kassel als Logo sowie durch die Rahmung des Ausstellungszeitraums durch die Gedenktage an die beiden Opfer rassistischer Morde, den Kasseler Internetcafé‐Betreiber Halit Yozgat (6.4.2006) und den Athener Sänger Pavlos Fyssas (Nacht vom 17./18.9.2013).

  3. Die Initiierung und Vernetzung von längerfristigen lokalen, nationalen und internationalen Projekten, Forschungsvorhaben und Kooperationen mit gesellschaftlichen Initiativen, Künstler*innen und Wissenschaftler*innen (u.a. Gesamthochschule Kassel, Rose Valland Institut, Freund*innen von Halit Yozgat, Forensic Architecture, EMST, Zeitschrift „South“) hat das Wahrnehmungs‐ und Wirkungsfeld der documenta14 gezielt zeitlich, räumlich und in unterschiedliche gesellschaftliche Sphären erweitert, und wird absehbar nachhaltige Wirkungen entfalten.

  4. Szymczyks Konzept der zwei korrespondierenden Ausstellungsorte und die zahlreichen auf Athen und Kassel bezogenen künstlerischen Arbeiten haben die historischen Verbindungen, aber auch die gegenwärtigen Beziehungen der Orte in ein neues Licht gerückt und aktuelle Klischees im Blick auf Griechenland wie auf die Stadt Athen entmythologisiert und aktuelle globale kulturelle Verhandlungen (Nord‐Süd‐Debatte) kenntlich gemacht. Dies gilt sowohl für die historischen Strategien der Griechenland‐ schwärmerei, Antiken‐Idealisierung und das national vereinnahmte Griechenlandbild in der deutschen Geschichte seit dem 19. Jahrhundert, als auch für die jüngere Vergangenheit wie die deutsche Okkupation während des Nationalsozialismus (u.a. in den Arbeiten von Maria Karavelas und Mary Zygouri) oder das Phänomen der Arbeitsmigration bzw. die Situation der sogenannten „Gastarbeiter“ im 20. Jahrhundert.

    Zur Kritik an der documenta 14

    Vor allem der thematische Fokus der documenta14 auf Migration und Flucht, aber auch die kunstmarktfernen Entscheidungen des Kurator*innen‐Teams haben während und nach der d14 zu heftiger, oft fachferner und unspezifischer Kritik an der Ausstellung, an der Freiheit des künstlerischen Leiters und an der gesamten Struktur der Documenta (Aufsichtsrat, Findungskommission und Geschäftsordnung) geführt.

    So wendete sich z.B. die ZEIT gegen die Installation des Arnold‐Bode‐Preisträgers 2017 Olu Oguibe auf dem Kasseler Königsplatz und gegen die Ausstellungsorte in der Kasseler Nordstadt: „Plattitüden bietet die Documenta [...] im Übermaß [...]. Ein Obelisk aus Beton zitiert die Bibel: ‚Ich war ein Fremdling und ihr habt mich beherbergt‘.“ Die Kritik mündet in der Feststellung, „[...] dass die Documenta14 am Ende so krachend“ gescheitert sei, „dass sie die Kunst missbraucht und noch nicht mal davor zurückschreckt, Kassels migrantisch geprägte Nordstadt zur Kulisse ihrer Reue‐ und Klagegesänge zu machen [...].“ (Die ZEIT, 15.6.2017).

    Bürgerliche Tageszeitungen wie Die Welt forderten „die absolute Freiheit“ der Documenta‐Kuratoren einzuschränken, den Aufsichtsrat zu kontrollieren und notfalls abzusetzen, sowie eine Möglichkeit zu schaffen, den künstlerischen Leiter auszutauschen, wenn er sich als „fahrlässig und inkompetent wie Adam Szymczyk entpuppt“ (28.7.2017); und die Neue Züricher Zeitung plädierte für die „Entmachtung der abgehobenen und intellektuell verstiegenen Kuratoren‐Kaste“ und stellte die Findungskommission und Geschäftsordnung grundsätzlich infrage (NZZ, 2.8.2017).

    2

    Als nach vielstimmigen Protesten die Performance Auschwitz on the Beach von der documenta‐Leitung in Kassel abgesagt und durch eine Gesprächsveranstaltung ersetzt wurde, in der der italienische Philosoph und Aktivist Franco „Bifo“ Berardi seinen Vergleich der europäischen Migrationspolitik mit dem Holocaust einerseits bedauerte, andererseits erläuterte, war das überwiegend negative Urteil in der Presse besiegelt. Es gab nur noch wenige Stimmen, die wie die von Philipp Ruch, dem Sprecher des „Zentrums für politische Schönheit“, der in der Süddeutschen Zeitung das Vorgehen des documenta‐Teams in dieser Frage unterstützte (SZ, 27.8.2017) oder wie die der Herausgeberin der Zeitschrift Monopol Elke Buhr, die sich für die „großartige Setzung“ der Schau engagierte.

    Vor diesem Hintergrund kam es auch zu Äußerungen der AfD, die den Obelisken Olu Ogiubes auf dem Königsplatz als „ideologisierende und entstellende Kunst“ titulierte und dies mit der Ankündigung verband, „bei jedem von Flüchtlingen begangenen Anschlag“ zu Demonstrationen vor dem Obelisken aufzurufen.

    Nach dem Ende der documenta14 und den Nachrichten über die Budgetüberschreitung wurde das documenta‐Motto „Von Athen lernen“ zum Vehikel für die neuerliche stereotype Abwertung Griechenlands, wie sie bereits im Zeichen der Finanzkrise aufgekommen war: Von eher ironischen Aufmachern in den Tagesthemen („Von Athen Lernen – die Pleitedocumenta 14“, 14.9.2017) und im Deutschlandfunk („Von Athen lernen – heißt das Schulden machen?“, 23.8.2017), bis hin zu anklagenden Kommentaren auf einer der AfD nahestehenden populistischen Internetseite („Von Athen gelernt: Die Pleite der documenta“, achgut.com, 13.9.2017). Es folgte eine Strafanzeige von Seiten der AfD bei der Kasseler Staatsanwaltschaft gegen die documenta‐Leitung „wegen Veruntreuung und aller weiteren in Betracht kommender Straftaten“ vorzugehen. Hier wurde die Überlagerung der (kultur‐) politischen Dimension der Kritik an der documenta14 durch rechtsradikale parteipolitische Zielsetzung besonders deutlich.

    Das vorherrschende Bild des "Scheiterns" der documenta wurde in den letzten Monaten zunehmend relativiert – durch Stellungnahmen der beteiligten Künstler*innen und Mitarbeiter*innen, durch Analysen in der Presse (u.a. Deutschlandfunk, 17.9.2017, Spiegel, 3.12.2017), in kunsthistorischen Fachzeitschriften (Kunstchronik, 12/2017), und durch den offenen Brief von über 130 Museumsleiter*innen, Künstler*innen und anderen Expert*innen vom 16. 1.2018, der in zahlreichen Medien veröffentlicht wurde.

    Mit unserer Stellungnahme wollen wir die dort aufgestellten Forderungen unterstützen und die Debatte weiterführen.

    Die AG KUNSTPRODUKTION UND KUNSTTHEORIE IM ZEICHEN GLOBALER MIGRATION wendet sich entschieden:

    _gegen die in Presse und Massenmedien erfolgte ausschließliche, vorschnelle und populistische Fokussierung auf die Überschreitung des Finanzbudgets der d14, die in der Geschichte der Ausstellung weder singulär, noch mit Blick auf die längere Laufzeit und Ausdehnung auf zwei Ausstellungsorte ihrer aktuellen Ausgabe nicht von vorne herein absehbar gewesen wäre;

    _gegen die politische Indienstnahme von Ausstellungen und Ausstellungskritik, die von migrations‐/ fremdenfeindlichen Interessen geleitet ist und im Widerspruch zu den fachlichen Anforderungen an global ausgerichtete Ausstellungsvorhaben steht;

    _gegen die öffentliche wie mediale Verbreitung ausgrenzender politischer Inhalte und Forderungen im Rahmen der documenta 14, die einen krassen Gegensatz zu den kulturpolitischen Aufgaben in Deutschland darstellen und damit im Sinne einer fachadäquaten, freien und offenen Kulturpolitik in Deutschland nicht akzeptabel sind.

    Für die Zukunft teilt die AG KUNSTPRODUKTION UND KUNSTTHEORIE IM ZEICHEN GLOBALER MIGRATION die Auffassung des Teams der documenta14:

    „dass es an der Zeit ist, das System der Wertschöpfung solcher Megaausstellungen wie der documenta auf den Prüfstand zu stellen. [...]. Die Erwartungen von stets wachsendem Erfolg und ökonomischem Wachstum führen nicht nur unmittelbar zu ausbeuterischen Arbeitsbedingungen, sondern gefährden die Möglichkeit, dass die Ausstellung ein Ort kritischer Aktion und künstlerisches Experimentierfeld bleibt.“

    Dies wird allerdings nur gelingen können,

    _wenn die kulturpolitischen Entscheidungsträger in Deutschland sich auf ihren Kulturförderungs‐ und Bildungsauftrag besinnen, die Rahmenbedingungen und die Budgetierung der documenta grundlegend überdenken und sich ausdrücklich für den Fortbestand der documenta unter künstlerisch‐kuratorisch tragbaren ökonomischen und gesell‐ schaftspolitischen Bedingungen einsetzen;

    _wenn kuratorische Unabhängigkeit und angemessene künstlerisch‐kuratorisch kunstvermittelnde Arbeitsbedingungen vor, auf und nach der documenta (z.B. 5‐Jahres‐Verträge etc.) gewährleistet sind;

    _wenn die documenta als exponierte internationale Ausstellung grundsätzlich ihrer Geschichte und der Vielfalt künstlerischer Positionen und Arbeitsweisen ebenso verpflichtet bleibt wie sie den globalen Bedingungen aktueller Kunstproduktion – frei von Kunstmarkt bestimmenden Faktoren – Rechnung tragen kann.

    Zur documenta14 hält Monopol in diesem Sinne treffend fest: „Adam Szymczyks documenta14 nimmt das Beste aus der Documenta‐Geschichte auf: von Arnold Bode das Bestehen auf Demokratie, von Harald Szeemann das radikale Infragestellen des Kunstbegriffs und den Mut zum Chaos, von Catherine David und vor allem Okwui Enwezor die Einsicht, dass das westliche Kunstsystem eine westzentrierte, kolonialistische Veranstaltung ist, die eine globalere Perspektive dringend nötig hat.“ (Monopol, 15.7.2017).

    Für die AG KUNSTPRODUKTION UND KUNSTTHEORIE IM ZEICHEN GLOBALER MIGRATION und ihre Mitglieder hat die documenta14 neue Impulse für die weitere Auseinandersetzung mit den Erscheinungsformen, kulturellen Praktiken und fachspezifischen Dimensionen von Migration und Flucht geliefert. Sie hat deutlich gemacht, dass künstlerische Theorie und Praxis in ihrer Geschichte bis in die Gegenwart generell nicht ohne einen kontinuierlichen, offenen und lebendigen kulturellen Austausch denkbar ist – und dass die Migration von Akteur*innen, Ideen, Erkenntnissen und Dingen den eigentlichen „Normalfall“ pluraler kultureller Äußerung darstellt.

    Wir wünschen uns von der nächsten documenta, dass deren künstlerische Leitung mit einem internationalen Team von Kurator*innen die Erarbeitung von unterschiedlichen Sichtweisen auf die Rolle der Kunst und die Bedingungen der globalen Kunstproduktion fortsetzt und diese einem internationalen Publikum präsentieren kann – und zwar frei von Marktinteressen und ohne fachferne, kleinbürgerliche und rechtspopulistisch motivierte Dauerkritik.

    Die Stellungnahme wird im Juni 2018 in der Zeitschrift für Kunstgeschichte erscheinen.

    Die Stellungnahme wurde stellvertretend für die AG KUNSTPRODUKTION UND KUNSTTHEORIE IM ZEICHEN GLOBALER MIGRATION unterzeichnet von:

    Dr. Buket Altinoba, Institut für Kunst‐ und Baugeschichte, Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
    Dr. Charlotte Bank, Berlin
    Dr. Irene Below, Werther/Westf.
    Dr. Cathrine Bublatzky, Heidelberg Zentrum für Transkulturelle Studien, Universität Heidelberg
    Prof. Dr. Burcu Dogramaci, Institut für Kunstgeschichte, Ludwig‐Maximilians‐Universität München
    Prof. Dr. Elke Gaugele, Institut für das Künstlerische Lehramt, Akademie der Bildenden Künste Wien
    Prof. Dr. Gabriele Genge, Institut für Kunst und Kunstwissenschaft, Universität Duisburg‐Essen
    Prof. Dr. Birgit Hopfener, Art History, Carleton University, Ottawa, CA
    Prof. Dr. Alexandra Karentzos, Arbeitsbereich Mode und Ästhetik, Technische Universität Darmstadt
    Dr. Franziska Koch, Cluster of Excellence Asia and Europe in a Global Context, Universität Heidelberg
    Katrin Nahidi, Berlin
    Dr. Miriam Oesterreich, Arbeitsbereich Mode und Ästhetik, Technische Universität Darmstadt
    Prof. Dr. Kerstin Pinther, Institut für Kunstgeschichte, Ludwig‐Maximilians‐Universität München
    Dr. Angela Stercken, Institut für Kunst und Kunstwissenschaft, Universität Duisburg‐Essen
    Apl. Prof. Dr. Melanie Ulz, Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS), Universität Osnabrück"


Museumseintritte für UV-Mitglieder

Neue Museumskooperationen!

Viele Institutionen im gesamten Bundesgebiet ermöglichen unseren Mitgliedern freien oder ermässigten Eintritt. Die teilnehmenden Institutionen finden Sie hier.


Neues Orga-Team und Homepage

AG Kunstproduktion und Kunsttheorie im Zeichen globaler Migration

Die AG 'Kunstproduktion und Kunsttheorie im Zeichen globaler Migration' hat seit dem 1. März 2018 ein neues Organisationsteam.  Über Neuigkeiten und Veranstaltungen informieren Sie euch über die AG-Homepage: http://www.ag-kunst-migration.de


Neuerscheinung

kritische berichte Heft 3.2017: Ästhetiken der Liminalität

Klaus Krüger, Alberto Saviello Editorial
Erika Fischer-Lichte Transformationsästhetiken. Vorüberlegungen zu einer Vergleichenden Ästhetik
Jürgen Bärsch Spätmittelalterliche Prozessionen als anamnetische Figuren. Liturgiewissenschaftliche Beobachtungen zur Lichterprozession am Fest Purificatio Mariae (2. Februar)
Christine Ungruh De produndis: How the Early Christian Desert Fathers Affect the Olivetans and their Funerary Rites at Monte Oliveto Maggiore in the Fourteenth and Fifteenth Centuries
David Ganz Figuren der Transfiguration. Die Verklärung Christi als Ort der Medienreflexion
Alberto Saviello Begnadete Kunst. Das Marienbild von Santa Maria Maggiore in Indien



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KHI Osnabrück

Schliessung des KHI Osnabrück

Den Vorstand erreichte die bestürzende Nachricht, dass das Kunsthistorische Institut der Universität Osnabrück auf Entscheidung des Präsidiums vom 18. Januar 2018 endgültig geschlossen wird.

https://www.noz.de/lokales/osnabrueck/artikel/1007666/endgueltig-uni-osnabrueck-schliesst-die-kunstgeschichte

Um gegen die drohende Schließung des Kunsthistorischen Instituts in Osnabrück zu protestieren, hatte der Vorstand des Ulmer Vereins im Januar 2017 einen Offenen Brief verfasst.

Dieser wurde am Montag, den 16. Januar 2017, an Gabriele Heinen-Kljajić, Ministerin für Wissenschaft und Kultur des Landes Niedersachsen, sowie an Wolfgang Lücke, Präsident der Universität Osnabrück, versandt.


An die
Ministerin für Wissenschaft und Kultur
des Landes Niedersachsen
Frau Gabriele Heinen-Kljajić
Hannah-Arendt-Platz 1
30159 Hannover

An den
Präsidenten der Universität Osnabrück
Herrn Prof. Dr. Wolfgang Lücke
Neuer Graben / Schloss
49074 Osnabrück

Offener Brief: Schließung des Kunsthistorischen Instituts der Universität Osnabrück

Sehr geehrte Frau Ministerin,
sehr geehrter Herr Präsident,

mit diesem Schreiben bringt der Ulmer Verein – Verband für Kunst- und Kultur-wissenschaften e.V. als Berufsverband der Kunsthistoriker*innen im deutsch-sprachigen Raum seine Bestürzung über die Meldung der Schließung des Kunst-historischen Instituts der Universität Osnabrück zum Ausdruck. Wir befürchten weitreichende Folgen für die Stadt Osnabrück und ihre Universität, das Land Niedersachsen sowie darüber hinaus die deutschsprachige Kunstgeschichte und regen daher dringend an, Ihre Entscheidung zu überdenken.

Das Institut für Kunstgeschichte in Osnabrück ist eines von nur vier kunsthisto-rischen Instituten in ganz Niedersachsen. Im Falle einer Schließung würde der Wissenschaftsstandort Niedersachsen erheblich an Attraktivität hinsichtlich der Vielfalt von Forschung, Studium und Lehre einbüßen. Mit der geplanten Maßnahme geben die Stadt Osnabrück und ihre Universität nicht nur einen wichtigen Grund-baustein zur Erschließung lokaler Kultur auf, sondern verhindern darüber hinaus jene Forschung, die der Einbettung der niedersächsischen Kulturlandschaft in den globalen Kunstgeschichtskontext dient. Ist es doch gerade dieses bedeutende Forschungsfeld, welches durch das Kunsthistorische Institut Osnabrück stets befördert wurde und wie es auch aus den aktuell laufenden Projekten evident wird. So ist zum Beispiel eine fundierte wissenschaftliche Bearbeitung zahlreicher nieder-sächsischer UNESCO-Welterbestätten nach einer Schließung des Instituts erheblich erschwert. Die deutschsprachige Forschungslandschaft verlöre zudem eine wichtige Institution engagierter, kritischer Kunstgeschichte. Initiiert durch unser verstor-benes Mitglied Frau Prof. Dr. Jutta Held, besitzt das Kunsthistorische Institut Osnabrück auch aktuell mit Beiträgen zur Migrations-, Transkulturalitäts- und Geschlechterforschung hohe internationale Strahlkraft. Eine kritische Kunstge-schichte, die sich der gesellschafts-politischen Herausforderungen unserer kulturell diversen Gegenwart annimmt, darf der Stadt Osnabrück und ihrer Universität sowie dem Land Niedersachsen gerade jetzt nicht entbehrlich sein.

Konkrete Auswirkungen sehen wir nicht zuletzt auch für die Lehrerbildung. Da die Osnabrücker Kunstgeschichte den gesamten kunstwissenschaftlichen Teil der Bachelor- und Masterausbildung für Kunstlehrer an der Universität bestreitet, würde bei Schließung des Instituts eine gravierende Lücke in diesem wichtigen Bereich entstehen.

Die Gründe für die Schließung – soweit aus den Medien bekannt – erschrecken uns über alle Maßen. Der gegenseitigen Abwägung von Geistes- und Naturwissen-schaften im Sinne ihrer wirtschaftlichen Gewinnausschüttung nachzugeben, ist überaus bedenklich. Anstatt geisteswissenschaftliche Institute zu schließen, sollte die Frage nach dem Potenzial der Erkenntnisse interdisziplinären Forschens in den Vordergrund rücken. Es ist vielmehr erforderlich, Schnittstellen zwischen beiden Bereichen zu schaffen, anstatt eine künstlich kreierte Konkurrenzsituation zu befördern, denn nur gemeinsam können wir uns als Gesellschaft den Heraus-forderungen der Gegenwart stellen. Zudem eröffnet sich die Frage, ob die durch die Schließung eingesparten Gelder den dadurch entstehenden Image-Schaden auch nur ansatzweise beheben können.

Angesichts solcher Aussichten lohnt ein Blick in das Nachbarland Nordrhein-Westfalen. Dort hat man erkannt, welches Potenzial in der Erforschung und Vermittlung unseres kulturellen Erbes liegt. An der Universität Bielefeld wird seit einigen Jahren eine kunstgeschichtliche Abteilung aufgebaut. Und auch die Universität Paderborn hat seit langem die Zeichen der Zeit richtig gedeutet und eine Professur für Kulturerbe eingerichtet.

Der Erhalt des Kunsthistorischen Instituts in Osnabrück wäre aus den genannten Gründen ein Beitrag zu einer nachhaltigen Wissenschafts- und Bildungspolitik. Wenn, wie geplant, ausgerechnet zum Jahr des Europäischen Kulturerbes 2018 eine Aufnahme in die kunstgeschichtlichen Studiengänge an der Universität Osnabrück nicht mehr möglich ist, käme dies einer Bankrotterklärung der niedersächsischen Hochschul- und Kulturpolitik gleich. Der Ulmer Verein – Verband für Kunst- und Kulturwissenschaften e.V. hat diesen offenen Brief auch auf seiner Homepage veröffentlicht (http://www.ulmer-verein.de/).

Bitte teilen Sie uns mit, zu welcher Entscheidung Sie kommen.

Mit freundlichen Grüßen,

  1. Ann-Kathrin Hubrich, Vorstand Ulmer Verein/ Universität Hamburg
  2. Henry Kaap, Vorstand Ulmer Verein/ Freie Universität Berlin
  3. Dr. des. Yvonne Schweizer, Vorstand Ulmer Verein/ Universität Bern
  4. Anne Röhl, Vorstand Ulmer Verein/ Universität Zürich
  5. Dr. Frank Schmitz, Freie Universität Berlin
  6. Prof. Dr. Martin Papenbrock, Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
  7. Prof. em. Dr. Norbert Schneider, Karlsruhe, Institut für Kunst- und Baugeschichte am KIT
  8. Prof. Dr. Philipp Zitzlsperger, AMD Akademie Mode&Design
  9. Prof. Dr. Anna Minta, Redaktion kritische berichte / Katholische Privat-Universität Linz
  10.  Prof. em. Dr. Monika Wagner, Universität Hamburg
  11.  Dr. Brigitte Sölch, Kunsthistorisches Institut in Florenz (MPG)
  12.  Prof. Dr. Joseph Imorde, Redaktion kritische berichte / Universität Siegen
  13.  Dr. Carolin Behrmann, Kunsthistorisches Institut in Florenz (MPG)
  14.  Prof. Dr. Änne Söll, Redaktion kritische berichte / Ruhr-Universität Bochum
  15.  PD Dr. Hildegard Frübis, Berlin/ Graz
  16.  Prof. Dr. Barbara Lange, Kunsthistorisches Institut der Eberhard Karls   Universität Tübingen
  17.  Prof. Dr. Verena Krieger, Friedrich-Schiller-Universität Jena
  18.  Prof. Dr. Robert Felfe, Redaktion kritische berichte / Universität Hamburg
  19.  Prof. em. Dr. Werner Busch, Freie Universität Berlin
  20.  Prof. Dr. Insa Härtel, International Psychoanalytic University Berlin (IPU)
  21.  Dr. Lucas Elmenhorst, Rechtsanwalt/Kunsthistoriker, Berlin
  22.  Prof. Dr. Lars Blunck, Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg
  23.  Prof. Dr. Katharina Sykora, Hochschule für Bildende Künste Braunschweig
  24.  Johanna Ziebritzki, Hochschule für Gestaltung Karlsruhe
  25.  Prof. Dr. Hiltrud Kier, Kunsthistorisches Institut der Universität Bonn
  26.  Prof. Dr. Birgit Mersmann, Vertretungsprofessorin für Kunst der Moderne und Gegenwart/Ästhetische Theorien, Universität zu Köln
  27.  Prof. Dr. Michael Müller, Bremen
  28.  Prof. Dr. Ulrike Bergermann, Hochschule für Bildende Künste Braunschweig
  29.  Dr. Armin Bergmeier, Universität Leipzig
  30.  Prof. Dr. Klaus Herding, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt
  31.  Prof. Dr. Susanne Deicher, Hochschule Wismar
  32.  Dr. des. Anja Schürmann, Heinrich-Heine Universität Düsseldorf
  33.  Martin Hartung, M.A., ETH Zürich
  34.  Thomas Hammacher, M.A., Agentur scopium, Essen
  35.  Dr. Juliane Noth, Freie Universität Berlin
  36.  Prof. Dr. Victoria von Flemming, Hochschule für Bildende Künste  Braunschweig
  37.  Dr. Susanne Tauss, Kunsthistorikerin, Osnabrück
  38.  Dr. Vera Wolff, ETH Zürich
  39.  Prof. em. Dr. Florian Zimmermann, Hochschule München, Fakultät für   Architektur
  40.  Prof. Dr. Burcu Dogramaci, Institut für Kunstgeschichte der LMU München
  41.  Christoph Harwart MA, Hamburg
  42.  Sotirios Bahtsetzis, Department of History of Art, The American College of  Greece
  43.  Prof. Dr. Alexandra Karentzos, Technische Universität Darmstadt
  44.  Dr. Elke Anna Werner, Freie Universität Berlin
  45.  Prof. Dr. Tristan Weddigen, Kunsthistorisches Institut der Universität Zürich
  46.  Franziska Lampe, Universität Heidelberg
  47.  Dr. Philippe Cordez, Ludwig-Maximilians-Universität München / Université
     de Montréal
  48.  Carsten Schiefer, Geschäftsführer AQuD Wissenschaftsberatung, Berlin
  49.  Dr. Kathrin Hoffmann-Curtius, Independent Scholar, Berlin
  50.  Prof. (i.R.) Dr. Silke Wenk, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
  51.  Dr. Irene Below, ehem. Universität Bielefeld, Werther
  52.  PD. Dr. Christian Fuhrmeister, Zentralinstitut für Kunstgeschichte
  53.  Prof. Dr. Jörg Haspel, Präsident des Deutschen Nationalkomitees von ICOMOS
  54.  Dr. Christoph Machat, Vizepräsident des Deutschen Nationalkomitees von ICOMOS
  55.  Prof. Dr. Sigrid Brandt, Generalsekretärin des Deutschen Nationalkomitees von ICOMOS
  56.  Prof. Berthold Burkhardt, Vorstandsmitglied des Deutschen Nationalkomitees von ICOMOS
  57.  Luise Rellensmann, M.Sc., Vorstandsmitglied des Deutschen Nationalkomitees von ICOMOS
  58.  Dr. des. Ivo Raband, Universität Bern / Alumnus der Universität Osnabrück
  59.  Dr. Yannis Hadjinicolaou, Humboldt Universität zu Berlin
  60.  Dr. Alma-Elisa Kittner, Universität Duisburg-Essen
  61.  Dr. Julian Blunk, Freie Universität Berlin
  62.  Dr. Andrea Linnebach-Wegner, Universität Kassel, Institut für Germanistik
  63.  Thorsten Schneider MA, Kunstakademie Münster
  64.  Prof. Dr. Kerstin Pinther, LMU München
  65.  Prof. Dr. Ellen Spickernagel, Justus-Liebig-Universität Gießen
  66.  Miriam Oesterreich, M.A., TU Darmstadt
  67.  Prof. Dr. Ilka Becker, Hochschule für Künste Braunschweig
  68.  Dr. Sabine Kampmann, Ruhr-Universität Bochum
  69.  Katrin Kaptain, M.A., Berlin
  70.  Prof. Dr. Klaus Jan Philipp, Institut für Architekturgeschichte der Universität  Stuttgart
  71.  Prof. Dr. Bettina Uppenkamp, Hochschule für Bildende Künste Dresden
  72.  Prof. Wolfgang Brauneis, Kunstakademie Münster
  73.  Dipl.-Ing. Eberhard Wühle, Mitglied des Vorstands der Stiftung Springhornhof
  74.  Margarete Pratschke, ETH Zürich
  75.  Dr. Sophie Junge, Kunsthistorisches Institut der Universität Zürich
  76.  Prof. Dr. Julia Gelshorn, Universität Freiburg (CH)
  77. Jochen Vennebusch, Universität Hamburg
  78. Prof. Dr. Erich Franz, Honorarprofessor an der Kunstakademie Münster / ehem. stellv. Direktor am LWL-Landesmuseum für Kunst und Kultur, Münster
  79. Dr. Stefanie Stallschus, Technische Universität Berlin
  80. Prof. Dr. Gabriele Genge, Universität Duisburg-Essen
  81. Benedikt Fahrnschon, Kunstakademie Münster
  82. Fabian Röderer, Universität Hamburg
  83. Prof. Dr. Jan Hirschbiegel, Universität Kiel
  84. Charlotte Plückhahn, Universität Hamburg
  85. Marie Lynn Jessen, Universität Hamburg
  86. Sarah Ströbele, Technische Universität Berlin
  87. Dr. Susanne Märtens, Kunsthochschule Kassel/ Universität Kassel
  88. Prof. Dr. Alexis Joachimides, Universität Kassel/ Kunsthochschule
  89. Dr. Marvin Altner, Universität Kassel/ Kunsthochschule
  90. Davide Ferri, Humbold-Universität zu Berlin
  91. Birte Hinrichsen, Universität Hamburg

 


Aktualisierung:

Bild – Kompetenz – Vermittlung

Die vom Ulmer Verein unterstützte Arbeitsgruppe BILD  KOMPETENZ  VERMITTLUNG hat ihr Programm aktualisiert

Bitte finden Sie den Link zur neuen Seite hier.

Die AG ist eine Initiative von Alke Vierck, Romy Kühnert, Christine Busch und Yella Hoepfner 


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Ulmer Verein - Verband für Kunst- und Kulturwissenschaften e.V.

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